Nanotechnologie

Nanotechnologie- das Schlagwort schlechthin. Was versteht man aber darunter und was ist für den Bau geeignet?

Viele Silikon-, Teflon-, Flourpolymer- oder Acryl basierende Produkte schmücken ihr Etikett mit den Federn der Nanotechnologie. Diese lassen zwar Wasser auch kurzfristig abperlen, halten aber mechanischem Abrieb nicht stand, vergasen sehr schnell oder produzieren unangenehme Schlieren.

Der Markt ist zur Zeit voller Nano-Produkte und die kurze Freude über den kleinen Preis ist leider nicht so lang anhaltend wie der große Ärger über die schlechte Qualität! Das bringt echte Nano-Produkte leider auch in Verruf. Echte Nanoversiegelungen hingegen bewirken durch die feste Verbindung von Versiegelung und Oberfläche langfristig den gewünschten Effekt.

Baumarktprodukte sind entweder das Geld nicht wert, was sie kosten oder aber bergen enorme gesundheitliche Risiken.

Im März 2006 wurden zwei Reinigungssprays, die kurzfristig bei einem Discounter im Angebot waren, wegen erwiesener Gesundheitsgefährdungen aus dem Handel genommen: ”Magic Nano Bad- und WC-Versiegeler” und “Magic Nano Glas- und Keramik-Versiegeler”. Hersteller war die Fa. Kleinmann in Sonnenbühl (Baden-Württemberg). Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurden mehr als 70 Fälle mit gravierenden Gesundheitsstörungen nach der Anwendung der Haushaltsprodukte gemeldet. Alle Betroffenen klagten über Atemnot. In sechs Fällen mussten Lungenödeme klinisch behandelt werden. Die Betroffenen hatten Bestandteile der Sprays eingeatmet. Die zuständigen Landesbehörden warnten vor den Produkten. Der Fall Magic Nano erwies sich allerdings als “Magic Marketing”, da das Produkt nach Angaben des Herstellers gar keine Nanopartikel enthielt. Diese Auskunft wurde nach einer Anhörung von 60 Experten durch das BfR bestätigt, das dazu mitteilte: “Der Begriff “™Nano” im Produktnamen sollte vielmehr [nur] auf den hauchdünnen Film hinweisen, der sich nach dem Versprühen der Produkte auf der Oberfläche von Keramik oder Glas bildet.

Die Verarbeitung von echten Nanopartikeln muss unter Einhaltung strengster Arbeitsschutzvorschriften erfolgen. Warum?

Partikel im Nanometerbereich sind so klein, dass sie problemlos selbst durch Haushaltsgummihandschuhe wandern können oder eine handelsübliche Atemschutzmaske durchdringen. Einmal in der Haut, können sie an jeden beliebigen Platz im Körper wandern.

Dabei gibt es Nanopartikel, welche sich nicht chemisch an den Untergrund anbinden, sondern nur lose aufliegen. Bei jedem Hautkontakt gelangen somit Spuren in den Körper. Was diese bewirken, ist leider noch nicht ausreichend geklärt, aber Experten entwerfen Szenarien wie bei Asbestschäden.

Daher verwenden wir nur hochwertige Nanopartikel aus der Nanosilantechnik. Hergestellt werden diese aus Quarzsand, welcher chemisch zu hochreinem Halbleitersilizium aufbereitet und dann verflüssigt wird. Da es als unsicher gilt, was bei der Verarbeitung von Fluorpolymeren und Fluorcopolymeren passiert, wenn diese in den menschlichen Körper gelangen, werden solche Produkte nicht durch uns verarbeitet, selbst wenn dies einen Wettbewerbsnachteil für uns in sich birgt, da fluorbasierte Imprägniermittel deutlich preiswerter sind als die silanbasierten.

Diese reaktiven Nanopartikel, welche übrigens nur 8 Engström groß sind ( zum Vergleich- 1000 Engström sind eine Nano), haben die Eigenschaft, dass sie sich chemisch an die Moleküle des (mineralischen) Untergrundes anbinden und durch eine chemische Reaktion zum Bestandteil dieses werden. Dabei verengen sie die Oberfläche zwischen den einzelnen Kristallen soweit, dass nur noch gasförmige Moleküle wie z.B. Wasserdampf passieren können. Alle anderen Moleküle wie Schmutz, Sprühfarben, Öle sind viel zu groß und liegen dann an der Oberfläche nur lose auf, von wo sie leicht entfernt werden können. Das kann man sich so vorstellen, als ob man einen Medizinball durch ein Teesieb pressen wollte.

Durch die chemische Reaktion mit dem Substrat erzielen wir eine sehr feste, chemisch stabile Verbindung, welche abriebfest ist und daher auch von renommierten Autoherstellern zur Versiegelung ihrer Autoglasscheiben eingesetzt wird.

Ein weiteres Feld sind Nanolacke, welche für fast alle Beschichtungsarbeiten eingesetzt werden können und die gleichen technischen Eigenschaften wie Imprägnierungen aufweisen, aber auch auf nichtmineralischen Untergründen fest haften. In der Automobilindustrie wird das heute schon angewand- wir können das jetzt auch. Dabei erzielen wir einen fast unsichtbaren Film, welcher hervorragende Reinigungseigenschaften aufweist.

Kurz vor der Serienreife steht das Keramisieren von Oberflächen. Stellen Sie sich vor, das man jede Oberfläche mit den Eigenschaften von Keramik ausstatten kann, Holz, Tapeten, Arbeitsplatten, Natursteinböden; diese ihre optischen Eigenschaften behalten aber technische Eigenschaften wie Keramik haben. Über dieses spannende Thema werden wir in Kürze berichten.


« Zurück

Zurück zum Seitenanfang